Glasperlen

Strahlglasperlen: schonend strahlen ohne Materialabtrag

Glasperlen zum Strahlen — im Fachbereich auch Strahlglasperlen genannt — bestehen aus kugelrundem Alkali-Kalk-Glas. Anders als Glasgranulat, das durch mechanisches Brechen kantige Partikel erzeugt, entsteht die runde Form der Glasperlen durch ein Schmelzverfahren. Diese Kugelform ist entscheidend: Beim Aufprall auf die Oberfläche überträgt eine Kugel die Energie gleichmäßig und ohne Schneidwirkung. Das Ergebnis ist ein seidenmatter Glanz, keine Riefen.

Strahlglasperlen bestehen aus recyceltem Glas und sind eisenfrei — das bedeutet, sie hinterlassen keine Eisenrückstände auf der Werkstückoberfläche. Gerade beim Strahlen von Edelstahl oder Aluminium ist das kritisch: Eisenkontamination auf diesen Metallen führt zu Fremdrost, der die Schutzschicht zerstört.

Was ist Glasperlenstrahlen?

Glasperlenstrahlen ist ein Oberflächenverfahren, bei dem kugelrunde Glaspartikel mit Druckluft auf das Werkstück beschleunigt werden. Das Verfahren wird im Handwerk auch kurz als Glasstrahlen bezeichnet. Es erzeugt drei Wirkungen gleichzeitig:

  • Mattierung: Die Oberfläche erhält eine gleichmäßige, seidenmatte Textur
  • Reinigung: Oxidschichten, Anlauffarben und leichte Verunreinigungen werden entfernt
  • Verdichten (Shot Peening): Bei höherem Druck werden Randschichten verdichtet, was die Ermüdungsfestigkeit von Metallbauteilen erhöht

Wichtig: Der Strahldruck bei Glasperlen sollte 5 bar nicht überschreiten. Bei höherem Druck zerplatzen die Perlen — das verschlechtert das Ergebnis und erhöht den Materialverbrauch.

Für welche Materialien sind Strahlglasperlen geeignet?

Glasperlen eignen sich für Werkstoffe, bei denen ein gleichmäßiges, mattes Finish ohne Kratzer das Ziel ist:

  • Edelstahl: Satinieren, Anlauffarben entfernen, gleichmäßige Oberflächen nach dem Schweißen
  • Aluminium: Reinigen, Oxidschichten entfernen, Mattierung vor Beschichtungen
  • NE-Metalle allgemein: Kupfer, Messing, Titan — schonende Reinigung
  • Glas: Mattieren und Satinieren (Glasätzarbeiten)
  • Entgraten: Kanten an Metallteilen schärfen oder brechen

Für Stahl mit hartnäckigem Rost oder für Lackabtrag sind Strahlglasperlen weniger geeignet — hier ist Glasgranulat mit seiner kantigen Form die bessere Wahl.

Körnungsübersicht: Welche Glasperlen-Körnung für welche Anwendung?

Die Körnung bestimmt das Arbeitsergebnis. Feinere Perlen erzeugen eine glattere Oberfläche, gröbere Perlen reinigen schneller aber rauer. Die folgende Tabelle zeigt die marktüblichen Körnungsklassen mit typischen Anwendungen:

Körnung (µm) Charakter Typische Anwendung
40–70 Sehr fein Präzise Satinierung, Motorteile, Präzisionsarbeiten
70–110 Fein Feinste Mattierung, empfindliche Edelstahlflächen
90–150 Fein–mittel Standard-Mattierung sensibler Flächen
100–200 Mittel Allgemeine Reinigung und Mattierung, Edelstahl, Aluminium
150–250 Mittel Allround: Edelstahl und Aluminium, empfohlener Einstieg
200–300 Mittel–grob Stärkere Reinigung, Shot Peening, Verdichten
300–400 Grob Grobe Reinigung, Rost- und Lackabtrag auf weiches Metall
400–600 Grob Stark abrasiv, grobe Oberflächen
600–800 Sehr grob Strukturieren, grobe Kontaminationen

Als Faustregel gilt: Je feiner die Körnung, desto gleichmäßiger und glatter das Finish — aber desto länger die Bearbeitungszeit. Für einen ersten Test mit Edelstahl oder Aluminium ist der Bereich 100–200 µm oder 150–250 µm ein guter Ausgangspunkt.

Wiederverwendbarkeit: Wie oft kann man Glasperlen einsetzen?

Strahlglasperlen sind in Strahlkabinen wiederverwendbar. Nach dem Strahlgang das Material sieben, um Staubanteile und gebrochene Partikel zu entfernen. In der Regel sind 3–5 Durchgänge möglich, bevor der Feinbruchanteil zu hoch wird und das Ergebnis nachlässt. Die tatsächliche Standzeit hängt vom Strahldruck und der Härte des Werkstücks ab.

Damit Glasperlen ihre Kugelform behalten: Strahldruck unter 5 bar halten. Zu hoher Druck zerbricht die Perlen beim Aufprall — das Material wird dann kürzer einsetzbar und die Oberfläche ungleichmäßiger.

Glasperlen oder Glasgranulat — der entscheidende Unterschied

Beide Produkte bestehen aus recyceltem Glas und sind eisenfrei — aber ihre Wirkung auf das Werkstück ist grundverschieden:

Eigenschaft Glasperlen (Strahlglasperlen) Glasgranulat
Kornform Kugelrund Kantig, splittrig
Wirkung Mattieren, Satinieren, Verdichten Abtragen, Entrosten, Entlacken
Oberflächenergebnis Gleichmäßig seidenmatt, glatt Rauer, aufgeraut, haftvermittelnd
Materialabtrag Minimal bis keiner Spürbar
Geeignet für Edelstahl, Aluminium, empfindliche Metalle Stahl entrosten, Lackabtrag, Betonreinigung
Härte 6 Mohs 6–7 Mohs

Kurz gesagt: Glasperlen für Mattierung und Schutz — Glasgranulat für Abtrag und Vorbereitung.

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Häufig gestellte Fragen zu Strahlglasperlen

Was ist der Unterschied zwischen Glasperlen und Glasgranulat beim Strahlen?

Glasperlen sind kugelrund und erzeugen eine gleichmäßige, seidenmatte Oberfläche ohne nennenswerten Materialabtrag. Glasgranulat ist kantig (gebrochenes Glas) und trägt Material ab — es eignet sich für Entrosten, Entlacken und Aufrauen von Oberflächen. Für schonendes Mattieren: Glasperlen. Für aggressiven Abtrag: Glasgranulat.

Welche Körnung für Edelstahl?

Für Edelstahl sind Körnungen zwischen 100–200 µm und 150–250 µm empfehlenswert. Feinere Körnungen (70–110 µm) erzeugen eine noch glattere Oberfläche, brauchen aber länger. Gröbere Körnungen ab 300 µm hinterlassen eine spürbar rauere Textur — das kann bei Edelstahl unerwünscht sein.

Wie oft kann man Glasperlen wiederverwenden?

In Strahlkabinen sind in der Regel 3–5 Durchgänge möglich. Nach jedem Durchgang das Material sieben, um Staubanteil und Bruchstücke zu entfernen. Je niedriger der Strahldruck (max. 5 bar), desto länger bleibt die Kugelform erhalten und desto mehr Durchgänge sind möglich.

Sind Glasperlen für Aluminium geeignet?

Ja — Aluminium ist eines der Standardeinsatzgebiete für Strahlglasperlen. Die runde Kornform entfernt Oxidschichten und Anlauffarben, ohne die Aluminiumoberfläche aufzurauen oder zu beschädigen. Da Glasperlen eisenfrei sind, besteht keine Gefahr der Fremdrost-Bildung auf dem Aluminium.

Was bedeutet Glasperlenstrahlen?

Glasperlenstrahlen — auch als Glasstrahlen bezeichnet — ist ein Oberflächenbehandlungsverfahren, bei dem kugelrunde Glaspartikel mit Druckluft auf das Werkstück beschleunigt werden. Das Verfahren mattiert und reinigt ohne Materialabtrag. Es wird eingesetzt für Edelstahl-Satinierung, Aluminium-Reinigung, Entgraten und zur Verdichtung von Randschichten (Shot Peening).

Bei welchem Druck sollte man Glasperlen einsetzen?

Glasperlen sollten mit maximal 5 bar Strahldruck eingesetzt werden. Bei höherem Druck zerplatzen die Perlen beim Aufprall — das erzeugt ungleichmäßige Ergebnisse, erhöht den Materialverbrauch und kann die Oberfläche durch Glasbruch beschädigen. Für feine Körnungen (unter 100 µm) empfiehlt sich sogar ein noch niedrigerer Druck.

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